Franco Gallarello

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Franco Gallarello
Mitarbeiterportrait

«Für mich sollte ein Arbeitsplatz einen Hauch von Zuhause ausstrahlen.»

Als Bub war er manchmal laut und liess sich «nichts gefallen». Heute ist er ein Mann der leisen Töne, reflektiert, warm und herzlich. Franco Gallarello, Secondo mit einer berührenden Familiengeschichte, stellt in seinem Leben den Menschen in den Mittelpunkt. Beruflich wie privat.

Interview und Text: Anna Maier / Fotos: Lukas Schnurrenberger

Er hätte vermutlich auch einen guten Seelsorger abgegeben, denke ich, als Franco Gallarello und ich uns unterhalten. Reflektiert und bedächtig nehme ich ihn wahr, wie er mir von seinem Leben erzählt. Und voilà, da habe ich offenbar ins Schwarze getroffen: «Ich sage immer: Ich bin fast so etwas wie ein Psychologe.»

Gallarello ist in seinem Job als Kundendienstberater Anlaufstelle für alle möglichen Fälle, er liebt Menschen und den Austausch mit ihnen, auch in schwierigen Situationen: «Ich kann sehr gut mit Hektik umgehen, gerade in der Coronazeit war das wichtig. Viele Menschen waren verunsichert, hatten Angst, es war eine Spannung da.»

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«Es gibt Leute, die müssen weinen, wenn ihr Auto beschädigt ist. Da hilft Empathie.»

Kommt dazu, dass Kunden oftmals in die Garage kommen, wenn ein Schaden passiert ist. Nicht jeder gehe gelassen damit um: «Es gibt Leute, die weinen. Da sind viele Emotionen mit im Spiel. Empathie hilft ungemein. Ich sage dann: Mach dir keine Sorgen, ich verstehe dich, es ist ärgerlich, aber wir bringen das hin.»

Manchmal werden ihm die persönlichsten Dinge erzählt. «Viele schwatzen fröhlich drauflos, auch privat, da staune ich. Ich höre mir alles an, nehme es auch ernst, aber bleibe sachlich. Lässt sich ein Paar scheiden und braucht ein zusätzliches Auto, dann komme ich zum Zug. Aber warum sich die Wege trennen, das geht mich nichts an.»

Dieses Väterliche, Ruhige, für andere da sein, es wurde Gallarello nicht einfach in die Wiege gelegt: «Oh nein, ich war ein anstrengendes Kind, sehr nervös. Und ich wehrte mich gegen alles, was mir nicht passte, liess mir nichts gefallen. Das würde man mir heute gar nicht geben.» Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. «Aber man sagt ja so schön, dass man mit dem Alter weise wird. Früher konnte ich vieles nicht nachvollziehen, auch nicht mein eigenes Verhalten, aber heute verstehe ich so einiges.»

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«Jeder Mensch hat Respekt verdient. Den muss man aber auch vorleben.»

Die grosse Veränderung passierte, als er Vater wurde von Inés und Isabelle, heute 12 und 8 Jahre alt. «Im Verhalten meiner Töchter erkenne ich mich häufig wieder. Sie sollen für sich einstehen und ihren Weg verteidigen. Aber immer mit Respekt. Jeder Mensch hat Respekt verdient. Den muss man aber auch vorleben. Ich kann beispielsweise nicht stundenlang am Handy sitzen und gleichzeitig erwarten, dass die Kinder sich an Zeitlimiten halten.»

Die Familie hat beim 51-jährigen Zürcher mit italienischen Wurzeln den höchsten Stellenwert, das hört man nicht nur seiner Stimme an, das sieht man auch in seinem Gesicht: Es strahlt, wenn immer er über seine Frau und seine Töchter spricht. «Family first! Zuerst kommt meine eigene Familie und dann meine Eltern und meine Schwester. Ich bin dankbar, dass ich alle noch habe und meine Eltern auch mit über 75 noch gesund sind.»

Am 10. Mai 1970 geboren, «es war Muttertag, ich machte meiner Mamma abends um neun noch ein ‘Gschänkli’», feierte Franco Gallarello Mitten im 1. Lockdown seinen 50. Geburtstag. «Für mich war es weniger schlimm als für meine Familie, welche mir gerne ein Fest organisiert hätte. Ich mag es, zu feiern, aber in einer solchen Zeit ging das halt nicht.»

Pragmatismus und Gelassenheit statt Gereiztheit, bei Gallarello scheint die besonnene Art echt und authentisch: «Gerade in der Coronazeit merkt man extrem, dass Menschen depressiv und unzufrieden sind und wegen der kleinsten Sache explodieren. Mein Pluspunkt: Ich komme mit solchen Situationen gut klar. Ich sagte mir: Jetzt müssen wir halt Masken tragen, aber Gottseidank können wir arbeiten.»

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«Mein Vater wollte uns ein besseres Leben ermöglichen. Dafür bin ich dankbar.»

Auch wenn sich der Familienmensch freut, wenn unbeschwertes Reisen wieder möglich wird. Denn seine erweiterte Famiglia ist rund um den Globus verstreut. Der grösste Teil seiner Verwandtschaft wanderte nach Australien aus. Lang ist es her: «Es waren wirtschaftlich schwierige Zeiten Ende der Fünfzigerjahre. Die zwei Schwestern meines Grossvaters reisten auf einem Frachtschiff während vier Wochen von Italien nach Adelaide, zwischen beladenen Containern und Tieren.»

Alle fünf bis zehn Jahre versucht Gallarello, seine australischen Verwandten zu besuchen und könnte sich auch vorstellen, irgendwann – wenn seine Töchter erwachsen sind – mit seiner Frau für eine Weile in der Ferne wohnen: «Obwohl, vermutlich würde ich unsere Kinder zu sehr vermissen. Dieses Heimweh nach der Familie war übrigens auch der Grund, warum mein Vater damals aus Italien in die Schweiz zog und nicht auch nach Down Under.»

Papà Pellegrino Gallarello, Sohn einer Bauernfamilie, aufgewachsen «im Benevento, in der Nähe von Neapel, auf einem grossen Hof mit vielen Tieren und Gemüseanbau». 1961 wanderte er in die Schweiz ein. «Er kam hierher, um ein besseres Leben zu kreieren für sich und seine Nachkommen. Das berührt mich sehr. Vor allem, weil er bei null anfing und über viele Jahre körperlich anstrengende Arbeiten ausführte, um dieses Ziel zu erreichen. Das werde ich ihm nie vergessen.»

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«Ich bin nie zufrieden, habe immer Hunger nach mehr. Das ist mein Motor.»

Vom Stallburschen über Gleisleger bis zum Beladen von Lastwagen in der Kiesgrube, Papà Gallarello war nichts zu anstrengend. «Wir dürfen hier in der Schweiz ein privilegiertes Leben führen, das sollten wir alle nicht vergessen», meint Franco Gallarello, als er sichtlich gerührt von seinem Vater erzählt. «Auch ich darf in einem Eigenheim leben, habe eine schöne Familie und einen tollen Job. Und obwohl ich dankbar dafür bin, bin ich nie zufrieden, habe immer Hunger nach mehr.»

Er blicke immer nach vorne, überlege sich, wie sich seine Familie und die Welt verändern werden. «Ich frage mich dann, wie reagierst du, wenn dies und das passiert. Ich träume gerne, mache mir viele Gedanken, am liebsten, wenn ich mit meinem Mountainbike durch die Wälder fahre, mich dabei frei und gelöst fühle. Das ist mein Motor.»

Apropos Motor. Was hat ihn damals, 2008, dazu gebracht, bei der Binelli Group zu arbeiten? «Mir gefiel hier von Anfang an das Flair, der Charme, die Einfachheit. Ich bin ein unkomplizierter Mensch, und komme am besten mit einem Umfeld klar, das auch so tickt. Für mich muss ein Arbeitsplatz ein Hauch von Zuhause ausstrahlen. Und in meinem Job soll stets der Mensch im Mittelpunkt stehen. Ob es Kundendienstberater ist, oder irgendwann vielleicht etwas anderes: Ich kann mir gut vorstellen, bei der Binelli Group alt zu werden.»

Ein Kundendienstberater, für den der «Dienst am Kunden» eine Berufung scheint. Was für eine ideale Besetzung, denke ich. Kein Wunder, dass ihm, der so gut zuhören kann, nicht nur besorgte Lenker ihre (beschädigten) Autos anvertrauen, sondern auch ihre ganz persönlichen Geschichten.

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Franco Gallarello, 51

Kundendienstberater

Welches Auto passt am besten zu deinem Charakter?

«Der 5er BMW. Weil er gemütlich, komfortabel und trotzdem sportlich ist. Und der Touring ist wie gemacht für eine Familie.»

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